Über die Studie

Chronische Nierenerkrankungen (CKD) betreffen 10–15 % der Bevölkerung und stellen weltweit eine wachsende Herausforderung für das Gesundheitswesen dar. Die unterschiedlichen Grunderkrankungen, die zu einer Niereninsuffizienz führen, sowie deren Auswirkungen und Prognosen weisen erhebliche Unterschiede auf. Patienten sind dabei konkurrierenden Risiken ausgesetzt: dem Fortschreiten der Nierenerkrankung bis zur terminalen Niereninsuffizienz mit Bedarf an Nierenersatztherapie auf der einen Seite sowie kardiovaskulären Komplikationen und einer erhöhten Mortalität auf der anderen.

Die GCKD-Studie untersucht diese Zusammenhänge, um ein besseres Verständnis der Krankheitsverläufe und Risikofaktoren zu gewinnen und damit die Grundlage für eine verbesserte Prävention und Behandlung zu schaffen.

GCKD in Zahlen

11
beteiligte Universitäten
150
beteiligte Nephrologen
5217
eingeschlossene Probanden
16
Jahre Follow Up

Studiendesign

Die GCKD-Studie ist angelegt als multizentrische, nicht-interventionelle, prospektive Beobachtungsstudie. Die ärztliche Versorgung der Patienten wird durch die Studie nicht beeinflusst. Alle regulären Therapien der Patienten werden protokolliert, ohne sie zu verändern oder Einfluss zu nehmen. Die Entscheidungen über Diagnostik und Therapie obliegen dem Patienten und seinem behandelnden Nephrologen oder Hausarzt.

 

Studienpatienten

Mehr als 5000 Patienten wurden deutschlandweit zwischen 2010 und 2012 rekrutiert.

  • Alter 18- 74 Jahre,
  • Patienten in nephrologischer Facharzt-Behandlung oder dorthin zur Abklärung von CKD überwiesen
  • eGFR zwischen 30 und 60 ml/min/1,73 m^2 und /oder
  • Albuminurie > 300 mg/g Kreatinin (entsprechend einer Albuminausscheidung von etwas 300 mg/Tag und einer Proteinurie von etwa 500 mg/g Kreatinin oder 500 mg/Tag)

  • Patienten mit aktivem Malignom
  • transplantierte Patienten
  • Patienten unter gesetzlicher Betreuung oder Patienten, die nicht bereit sind, ihre Einwilligung zu erteilen.

Zeitachse

Baseline (2010 – 2012): Praxisvisite mit Biomaterialgewinnung

FU1 (2011 – 2013): Telefoninterview

FU2 (2012 – 2014): Praxisvisite mit Biomaterialgewinnung

FU3 (2013 – 2015): Telefoninterview

FU4 (2014 – 2016): Praxisvisite mit Biomaterialgewinnung

FU5 (2015 – 2017): Telefoninterview

FU6 (2016 -2018): Praxisvisite mit Biomaterialgewinnung

FU7 (2017 -2019): Telefoninterview

FU8 (2018 – 2020): Telefoninterview

FU9 (2019 – 2021): Telefoninterview

FU10 (2020 – 2022): Telefoninterview

FU11 (2021 – 2023): Praxisvisite mit Biomaterialgewinnung

FU12 (2022 – 2024): Telefoninterview oder Praxisvisite, falls zur FU11 keine stattgefunden hat

FU13 (2023 – 2025): Telefoninterview

FU14 (2024 – 2026): Telefoninterview

FU15 (2025 – 2027): Telefoninterview

FU16 (2026 – 2028): Telefoninterview

Kenngrößen

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Substudien

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Substudien begonnen, die es zum Ziel haben, besondere Krankheitsaspekte mit Hilfe zusätzlicher Untersuchungen gezielt näher zu beleuchten.

Nierenpatienten haben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Verkalkungen der Blutgefäße spielen bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion vermutlich eine wichtige Rolle und können wohl darüber Auskunft geben, ob das Risiko für zukünftige Herzinfarkte erhöht ist. Die Kalkablagerungen lassen sich durch moderne Computertomographen (CT) in einer einfachen, schnellen und schonenden Untersuchung nachweisen. Daher wurde an einer Untergruppe von 300 Patienten Untersuchungen mittels CT, Ultraschall, Laser und MRT zur Beurteilung von Verkalkungen der Blutgefäße durchgefüht.

Die Untersuchungen wurden in den Regionalzentren Aachen, Erlangen und Würzburg nach standardisiertem Protokoll (SOP) durchführt.

Gesamtstudienleitung: Prof. Markus Schneider (UK Erlangen)

Beteiligte Zentren:

Aachen: Dr. Turgay Saritas

Würzburg: Prof. Dr. Christoph Wanner

Studienvisiten mit Biomaterial:

  • Visite 1: 2013 – 2014

Förderung: Fresenius

  • Visite 2: 2018 (gestartet in Erlangen) – 2020 (an den jeweiligen Standorten zu unterschiedlichen Zeiten gestartet)

Förderung: Bayer

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Im Rahmen dieser Studie sollte die tägliche Schrittanzahl einiger Patienten über 13 Tage mit Hilfe eines kleinen Schrittzählers gemessen werden um einen Zusammenhang zwischen Nierenfunktion und dem Ausmaß körperlicher Aktivität zu ermitteln.

Die Substudie wurde von den Studienmitarbeitern des Universitätsklinikums Würzburg koordiniert.

1169 Datensätze standen zur Auswertung zur Verfügung:

  • im Mittel wurden 5.165 Schritte/Tag zurückgelegt (Minimum waren 178 Schritte, Maximum waren 18.175 Schritte)

Als Vergleich, Schritte pro Tag durschnittlich:

  • Rezeptionist: 1.200
  • Dialysepatient / Retner: 4.600
  • Verkäufer: 5.000
  • Hausfrau mit Kindern: 13.000
  • Postbote: 18.000

Die Daten sollen weiter auf den Zusammenhang mit der Nierenfunktion, dem Stadium der Nierenerkrankung, einer eventuellen Proteinurie, sowie dem Alter untersucht werden.

In Berlin, Erlangen, Heidelberg und Würzburg wurden Untersuchungen zur Zahngesundheit der Patienten durchgeführt. Dabei wurden Fragebögen verschickt und zum Teil auch zahnärztliche Untersuchungen am Studientag durchgeführt.

Die Substudie wurde von den Studienmitarbeitern des Universitätsklinikums Würzburg und Heidelberg koordiniert.