Chronische Nierenerkrankungen stellen ein zunehmendes Gesundheitsproblem mit erheblichen sozioökonomischen Auswirkungen dar. Über 10% der Bevölkerung sind betroffen. Die Prognose dieser Patienten wird durch zwei wesentliche Risiken bestimmt:
Der Verlauf der chronischen Nierenerkrankung und die Entwicklung kardiovaskulärer Begleiterkrankungen ist sehr variabel. Welche Faktoren das jeweilige Risiko und Heterogenität der Verläufe bestimmen, ist weitgehend unklar. Bluthochdruck und Eiweißausscheidung im Urin beispielsweise sind anerkannte Risikofaktoren für die Progression einer Nierenerkrankung, die aber zusammen genommen nur einen Teil der Variabilität des renalen Funktionsverlustes erklären. Gleichermaßen erklären traditionelle kardiovaskuläre Risikofaktoren, die für die Allgemeinbevölkerung gelten, das erhöhte Risiko Nierenkranker nicht ausreichend.
Die Unterschiedlichkeit des Verlaufs von Nierenerkrankungen und die Schwierigkeit homogene Subpopulationen zu definieren, trägt dazu bei, dass die Zahl von kontrollierten Behandlungsstudien viel niedriger ist als auf anderen Gebieten in der Medizin.
Damit besteht das Risiko, dass Nierenkranke nicht vom medizinischen Fortschritt profitieren.
Die GCKD- Studie soll wissenschaftliche Erkenntnisse über neue diagnostische Möglichkeiten bringen und Grundlage für verbesserte und spezifische Therapien sein.